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Kreisgruppe Cuxhaven

Bericht zu den laufenden Wasseruntersuchungen

von Hans-Jürgen Krohn

Projektgruppe Wasser der Kreisgruppe Cuxhaven:

Vorgeschichte zur der Entwicklung der Gruppe aus dem Hadelner Land.

Am Samstag den 29/06/2019 haben wir uns in Butjadingen auf dem Hof der Umweltstation Iffens zu einem Seminar über Wasseranalyse mit 14 Teilnehmern um 09:00 Uhr getroffen.

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Anwesenden sind wir nach der Theorie gleich nach draußen mit dem nötigen Zubehör und Bollerwagen zum Sieltief gestartet. Alles über kurze Fußwege zu erreichen. Es erfolgte eine Einteilung in Gruppen. Dort haben wir dann unsere ersten Erfahrungen mit der Probenentnahme und der zugehörigen Ermittlung auf chemischer-, biologischer- und Fischbasis erhalten. Im Anschluss ging es zurück ins Labor, um mit dem erforderlichen Koffer die chemischen Fakten festzustellen. Mit den laminierten Blättern für die biologische Bestimmung der Pflanzen und diversen kleinen Tierchen, die sich im Wasserglas tummelten, konnten wir relativ schnell und sicher die Arten bestimmen und zählen (was manchmal nicht so einfach ist), sonst hat auch das Mikroskop geholfen, das hat man aber bei den in Situ stattfindenden Proben nicht mit.

Mit dem Senknetz haben wir die gefangenen kleinen Fische in ein belüftetes Aquarium mit dem Sielwasser befüllt und konnten die einzelnen kleinen Fischarten bestimmen. Die Fische wurden danach wieder zum Siel zurück ins Wasser gebracht.

Gewässerkunde: Zum Verständnis muss folgendes erläutert werden; das Sabrobiensystem( sapros=faul, bios=leben), ist ein Bewertungssystem zur Ermittlung der biologischen Wasserqualität( Nutzbarkeit ) von H20 für menschliche oder natürliche Zwecke und Prozesse aller Art. Die im Gewässer gefundenen Lebewesen werden als Bioindikatoren (Zeigerart, ist "ein Lebewesen, welches auf Umwelteinflüsse mit Veränderungen seiner Lebensfunktion reagiert oder Stoffe anlagert, oder in den Organismus eingebaut wird ) für die Belastung eines Gewässers durch abbaubare (Zersetzung einer chemischen Verbindung in kleinere Moleküle oder gar in Elemente durch physikalische, chemische oder biologische Einflüsse) organische Substanzen verwendet, dies wird als seine „Sabrobie“ bezeichnet.

Sabrobie: Maß für den Gehalt an organischen leicht unter Sauerstoffverbrauch abbaubaren Substanzen im Wasser.

Mit dem Sabrobiensystem wird nur die Belastung eines Fließgewässers mit organischen, leicht abbaubaren, sauerstoffzehrenden Substanzen, z.B. aus häuslichen Abwässern, gemessen.

Abwässer: Regenwasser, abfließendes Niederschlagswasser.

Da diese unter “Sauerstoff-Verbrauch“ abgebaut werden, steht dieser in engem Zusammenhang mit dem Sauerstoffgehalt des Wassers und dem Redoxpotential.

Redoxpotential: bezeichnet eine Messgröße der Chemie der Redoxreaktion.

Es ist das Reduktions-/Oxidations-Stan "dardpotential eines Stoffes, gemessen unter Standardbedingungen gegen eine Standard-Referenz-Wasserstoffhalbzelle.

Andere Gewässerbelastungen werden mit dem Saprobiensystem nicht indiziert.

Im Saprobiensystem wird dazu jeder Indikatorart ein Wert, der Indexwert, zugewiesen. Dieser ist aus der Beobachtung zahlreicher verschmutzter und unverschmutzter Gewässer empirisch hergeleitet (beruht nicht etwa auf Labormessungen). Aus dem (nach der Häufigkeit des Vorkommens gewichteten) Mittelwert der Indexwerte aller dort lebenden Indikatorenarten ergibt sich für eine untersuchte Probestelle ein „Zahlenwert“, der sogenannte „Saprobienindex“. Die vorkommenden Arten werden also gewissermaßen als Messinstrumente für die organische Belastung benutzt. Durch die Verwendung zahlreicher Indikatorarten ist die Messung im Idealfall sehr gut abgesichert.

Zur Ermittlung der Gewässergüteklasse wird der Saprobienindex der untersuchten Gewässerstrecke mit einer standardisierten Liste solcher Indices verglichen. So wird eine Einordnung des Fließgewässers in Gewässergüteklassen vorgenommen. Aufgestellt wurde das Saprobiensystem von Kolkwitz und Marson und seitdem fortlaufend entwickelt. Das Verfahren in Deutschland erfolgt nach DIN 38410. Damit sind wir jetzt in der Lage auch Proben zu nehmen und auszuwerten und zu bestimmen.

Nach zwei Terminen mit den interessierten Teilnehmern haben wir dann den ersten Feldversuch in Steinau und Umzu gestartet.

Brigitte, Gerd, Hans-Jürgen haben sich dann nach der Einsicht in die NLWKN-Daten (Wasserproben/-analysen auf Schadstoffe etc. in Brunnen und Gewässern) auf aktuell drei Untersuchungsstationen festgelegt, die aber nach Wunsch und Rücksprache in der Gruppe jederzeit erweitert werden können. Die NLWKN-Messungen basieren auf dem Stand von 2017. Damit gibt es keine weiteren Messwerte, die öffentlich einzusehen sind. Wir sind somit in unserer Entscheidung der Entnahmestellen frei wählbar und es gibt keine Überschneidungen mit alten Messdaten vom Amt. Unsere Messstationen sind gut zugänglich/begehbar, um dort in Situ die Wasserproben auf chemischer-, biologischer- und auf Fischbasis zu nehmen und auch auswerten zu können. Wir starten mit dem Projekt am Donnerstag den 05/09/2019 um 10:00.

  1. Messstation: Steinau, Süderwesterseite 38 bei Brigitte und Gerd „vor der Haustür“, hier handelt es sich um die Große Medemstader-Wettern, die mit seinem Verlauf in die Medem entwässert. Koordinaten: 53,6754287 N und 8,8591694 E

  2. Zwischen Steinau und Odisheim, an der Landesstraße 144, befindet sich die „Gösche-Nord“, die in den Hadelner-Kanal, südlich von Steinau entwässert wird. Koordinaten: 53,6808675 N und 8,9104546 E

  3. Das Schöpfwerk am Hadelner-Kanal, dieses Bauwerk liegt südlich von Steinau und wird vom Hauptvorfluter Steinau in den Hadelner-Kanal entwässert. Koordinaten: 53,7332486 N und 8,9611919 E.

Nach der Probennahme und der anschließenden Auswertung, werden die Daten dann zeitnah in die Datenbank vom BUND per Rechner von mir eingegeben und fortlaufend ergänzt.

Weiterhin hoffen wir noch auf „Helfer“, die uns bei dem Projekt unterstützen möchten.

Wir sind gespannt wie sich die Langzeitmessungen entwickeln.

 

 

 

 

 

 

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