Kreisgruppe Cuxhaven

Der Neue ist der Alte

Mitglieder des BUND Cuxhaven wählten neuen Vorstand

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in der Kulturdiele Hemmoor am 16. November wählten die Mitglieder der BUND Kreisgruppe Cuxhaven einen neuen Vorstand. Erste Vorsitzende ist weiterhin Eleonore Lemke aus Hechthausen, zweiter Vorsitzender Norbert Welker aus Cuxhaven und Schatzmeister Dr. Lutz Bötcher ebenfalls aus Hechthausen.

Wegen Corona im Berichtsjahr 2020 waren Aktivitäten der BUND Kreisgruppe nur eingeschränkt möglich. Die Mitglieder der Kreisgruppe retteten aber trotzdem wieder Kröten und pflegten die Wildblumenwiese am Bahnhof in Hechthausen. Außerdem nahmen Aktive des BUND an verschiedenen Protestaktionen teil und initiierten das Projekt „Der Spielplatz als ökologische Nische“. Trotz Corona konnten außerdem Aktivitäten, wenn auch eingeschränkt, in dem von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekt „Aktion Wasser – für lebendige Gewässer und sauberes Grundwasser“ durchgeführt werden. Nach dem Kassenbericht wurde der Vorstand erwartungsgemäß entlastet und bedankte sich herzlichst bei allen Mitgliedern und Aktiven für ihre Unterstützung und ihren unermüdlichen Einsatz für Natur und Umwelt.

Für neue Projekte und Aktivitäten sucht der BUND in Cuxhaven und im Land Hadeln dringend noch Interessierte, die sich im Natur- und Umweltschutz engagieren möchten. Wer Zeit und Lust hat, wende sich bitte an Eleonore Lemke, Tel.: 04774-1313, eMail: eleonore.lemke@bund-cuxhaven.de. Weitere Infos gibt es unter www.BUND-Cuxhaven.de.

Bei Rückfragen: Eleonore Lemke, Vorsitzende BUND Cuxhaven, Tel.: 04774-1313

Zukunft statt Zement - BUND und Bündnispartner bilden Menschenkette als Protest gegen die A 20

200 Menschen bildeten am 10.10.2021 eine lange Protestkette durch Moor- und Wiesenlandschaft nordwestlich von Himmelpforten im Landkreis Stade – direkt auf der geplanten Trasse der Küstenautobahn A 20 von Westerstede nach Bad Segeberg. Mit Hilfe mehrerer Boote wurde dabei auch der Fluss Horsterbeck gequert, über den die vierspurige Autobahn führen soll. Mit Schildern, Bannern, Fahnen und Sprechchören setzen Aktivist*innen und Bürger*innen gemeinsam ein Zeichen gegen die Zerstörung von Mooren, Wiesen und Wäldern und für die notwendige Mobilitätswende. Zu der Aktion hatten der BUND Niedersachsen und Bündnispartner wie Initiativen gegen die A 20, Moor bleibt Moor, Fridays for Future, Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West und Klima Allianz Oldenburg aufgerufen.

Heiner Baumgarten, BUND-Landesvorsitzender: „Die A 20 gehört zu den umweltschädlichsten und teuersten Projekten im Bundesverkehrswegeplan 2030. Rund 2.000 Hektar an wertvollen Böden würden durch die Trasse in Niedersachsen und Schleswig-Holstein asphaltiert und zerstört. Weit über die Hälfte der geplanten A 20 führt durch Moorgebiete. Vor allem Moorböden sind jedoch für den Klimaschutz und die Bindung von CO2-Emmissionen von entscheidender Bedeutung. Dieser Neubau widerspricht nationalen und internationalen Klimaschutzzielen und ist deshalb mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Wir fordern die Bundes- und Landesregierung deshalb auf, dieses desaströse Straßenbauvorhaben endlich zu stoppen und auf Vereinbarkeit mit dem Verfassungsrecht neu zu bewerten.“

Susanne Grube von Initiativen gegen die A 20: „Die massiven Schädigungen, die durch den Autobahn-Neubau in Mooren, Wiesen, Wäldern und auf Äckern entstehen, sind vermeidbar. Umwelt-, klima- und naturfreundlichere Alternativen wurden jedoch einfach vom Tisch gefegt. Mit der heutigen Menschenkette durch diese noch weitgehend intakte Kulturlandschaft mit vielen Naturschutzgebieten richten wir erneut einen eindringlichen Appell an die politisch Verantwortlichen, eine neue Verkehrspolitik einzuläuten und in eine nachhaltige Mobilität der Zukunft zu investieren.“

Philipp Bravos von Fridays for Future Buxtehude: „Wir brauchen endlich massive Investitionen in eine Mobilität für alle, anstatt über 7 Milliarden in ein fossiles Mammutprojekt zu investieren! Dafür fordern wir eine konsequente Verkehrswende : weg von der dominanten Rolle des motorisierten Individualverkehrs hin zu einem System, in dem wir nicht Auto fahren müssen, uns auf einen zuverlässigen ÖPNV verlassen können und sicher zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein können. Dafür braucht es jetzt Milliarden für Bahn-, Fahrrad- und Fußwegeinfrastruktur. Wir haben wirklich keine Zeit mehr: Mit jedem Tag des Herumeierns werden die Eingriffe immer drastischer sein müssen. Solche Projekte nehmen ganzen Generationen ihre Freiheitsrechte.“

Zur Demo für eine Mobilitätswende und gegen den Weiterbau der A20 fanden sich auch sieben Mitglieder der Kreisgruppe Cuxhaven ein.

Hintergrund:
Die Protestaktion fand im Rahmen der 2. bundesweiten dezentralen Aktionstage zur Mobilitätswende statt. Überall in Deutschland gingen Menschen vom 8.-10. Oktober auf die Straßen, unter anderem in Berlin, Frankfurt, Lüneburg und Oldenburg. Damit will das Bündnis „Wald statt Asphalt“ den Druck auf die neue Bundesregierung erhöhen, damit auch der Verkehrssektor seinen Beitrag zur Senkung der Treibhausgase leistet.

Ein vom BUND am 08.10.21 veröffentlichtes Rechtsgutachten zeigt auf, dass der Bundesverkehrswegeplan erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken unterliegt. Er ist weder mit dem Ziel der Klimaneutralität noch mit Artikel 20a des Grundgesetzes vereinbar. Das Gutachten folgert, dass damit auch für Fernstraßen­planungen, die sich auf die Bindungswirkung des Bundesverkehrswegeplans stützen, eine Unvereinbarkeit angenommen werden kann.

In Niedersachsen soll die A 20 auf einer Länge von 161 Kilometern von der geplanten Elbquerung bei Drochtersen mit Abzweig nach Stade über Bremervörde und den Wesertunnel zur A 28 bei Westerstede nordwestlich von Oldenburg führen. Die neue Trasse wird mitten durch eine landesweit bedeutende, unzerschnittene Landschaft mit zahlreichen nationalen und europäischen Schutzgebieten verlaufen.

 

Weitere Informationen:

www.bund-niedersachsen.de/mobilitaet
www.bund-niedersachsen.de/menschenkette-durchs-moor

https://www.facebook.com/bund.niedersachsen/videos/435203554837572

Hier finden Sie einen zugehörigen NDR-Beitrag.

Elbfähre Glückstadt - Wischhafen stellt Zukunftskonzept vor

Ökonomie und Ökologie werden vereint

Ein breites Spektrum aus Umweltverbänden, Bürgerinitiativen und Politik folgte der Einladung der Elbfähre Glückstadt - Wischhafen zur Vorstellung des Fährkonzepts "Grüne Mobilität im Norden".

Bereits bei der Anreise registrierten die geladenen Gäste eine lange Warteschlange von Fahrzeugen auf Wischhafener Seite. Am Anleger angekommen, war der Grund für die Warteschlange schnell klar: Tiefer Wasserstand der etwa 700 Meter langen Anlegerzufahrt verhinderte einen Begegnungsverkehr der Fährschiffe, sodass immer eine Fähre am Rande des Fahrwassers warten musste bis das zweite Schiff die Wischhafener Nebenelbe verlassen hatte. Jeweils ein Zeitverlust von rund einer halben Stunde.  Diesen Umstand hat die Fähre nicht zu vertreten, sondern verantwortlich ist die zunehmende Verschlickung von Flachwasserbereichen und Nebenarmen der Elbe aufgrund der letzten Elbvertiefungen. Dies führt in Wischhafen bereits so weit, das die Fahrwassertonnen aus dem Fahrwasser genommen werden müssen und am Ufer zwischengelagert werden, um überhaupt ein Freispülen des Fahrwassers zu ermöglichen. Baggern, was schneller und gründlicher wäre, ist nicht mehr möglich, da als Baggerfolge die Seitenbereiche ins Fahrwasser rutschen würden und für noch mehr Untiefe verantwortlich wären. Also begann die Fährfahrt zur Konzeptvorstellung dann  auch mit stark reduzierter Maschinenleistung, damit sich das Schiffsheck nicht am Grund festsaugt und das Schiff aufsitzen lässt.

Tim Kunstmann, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft FRS Förde Reederei Seetouristik, stellte während der Überfahrt das Zukunftskonzept vor. Wesentlicher Bestandteil ist eine Verlegung des Wischhafener Anlegers in Richtung Elbfahrwasser. Im Winter wären dadurch Behinderungen durch Eisgang weitgehend ausgeschlossen, zu allen Jaherszeiten müsste nicht der Kampf mit unzureichenden Wassertiefen geführt werden. Die anwesenden BUND Vertreterinnen und Vertreter aus Niedersachsen und den Landkreisen, welche vom Bau der Autobahn A 20 in Niedersachsen und Schleswig-Holstein betroffen sind, signalisierten, dass sie eine Verlegung des Anlegers kritisch positiv begleiten werden. Der neue Fähranleger würde ca. 700 Meter durch ein FFH- und Vogelschutzgebiet führen, dagegen muß aber der geplante Verlauf der A 20 gerechnet werden, die über 200 km über und durch Moorboden führen würde. Klar ist bei den Bürgerinitiativen und den Umweltverbänden, dass die geplante A 20 verkehrstechnisch nicht notwendig ist, katastrophal klimaschädlich wirkt  und von den Kosten her nicht zu rechtfertigen sein wird. Gegenübergestellt wurde, dass eine Verlegung des Fähranleger vielleicht die Marke 100 Millionen Euro kratzt, der geplante Elbtunnel bereits jetzt, weit vor einem möglichen Baubeginn, mit etwa 3 Milliarden Euro veranschlagt werden kann, die gesamte A 20 wahrscheinlich Kosten von 7 Milliarden Euro verursachen wird.

Allen Beteiligten ist klar, dass hier Ökonomie und Ökologie sehr weit auseinanderdriften. Ein Verzicht auf den Bau der A 20 ist denn auch für FRS ausschlaggebend, eigene Investitionen in die Fährlinie zu tätigen. Die notwendigen Zeiträume, in denen der Fährbetrieb durch das verantwortliche Bundesverkehrsministerium abgesichert werden müsste, sind dann auch überschaubar : Für Investitionen benötigt FSR Planungssicherheit von 8 bis 20 Jahren, je nach durchzuführender Maßnahme. Vorgestellt wurde eine Reihe von Maßnahmen und Möglichkeiten. Die Verlegung des Anlegers würde wesentlich Überfahrtszeit einsparen, sodass die Überquerung der Elbe nur noch etwa 15 bis 20 Minuten dauern würde. Es könnten Doppelendfähren neu gebaut werden, welche ein Drehen vor dem Anleger überflüssig machen würden, nochmals etwa 5 Minuten weniger Fahrzeit. Die Schiffe selbst könnten mit Wasserstoff- oder Elektroantrieb ausgerüstet sein, die An- und Ablegemanöver könnten automatisiert werden. Im Jahr liessen sich durch diese Maßnahmen und verringerte Wartezeiten an den Anlegern mindestens 50.000 Tonnen CO² einsparen. Die Fähre ist zudem ein wichtiger Baustein für den Tourismus und die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Gebiete beidseits der Elbe sind touristische Schwerpunkte, die Landwirtschaft funktioniert ebenfalls elbübergreifend. Durch den Bau eines Tunnels und die dann zwangsweise Einstellung der Fährverbindung wäre eine Elbquerung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sowie  für die Landwirtschaft dann nur noch über Hamburg oder Cuxhaven möglich. Bei schönstem Sonnenschein und tiefstem Wasserstand wurde die Einfahrt nach Wischhafen mit nochmals reduzierter Motorkraft durchgeführt. Mehr Zeit auf der Elbe ist ein touristisches Highlight, aber ein Desaster für den Berufsverkehr. Wir hoffen, dass endlich Ökonomie und Ökologie vereint werden, A 20 und Elbtunnel aufgegeben werden und die Elbfähre eine sichere Zukunft mit der notwendigen Planungssicherheit erhält.

Die A20 schadet dem Klima

5 Jahre Pariser Klimaschutzabkommen

Am 19. März fand der letzte globale Klimastreik stat. Während in Cuxhaven eine Aktion gemeinsam mit den Fridays for Future zum geplanten Holzheizkraftwerk stattfand machten sich andere Aktivisten der Kreisgruppe auf den Weg nach Bossel, um die Initiative gegen den Autobahnbau zu unterstützen. Es ist bekannt, dass die "Moorautobahn" A 20 das klimaschädlichste Verkehrsprojekt Deutschlands ist. Moore spielen eine herausragende Rolle beim Klimaschutz: Sie speichern doppelt so viel klimaschädliches Kohlendioxid wie alle Wälder der Welt, obwohl sie nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken! Wenn die Moore trocken gelegt werden, wird das gebundene CO2 freigesetzt. Wiedervernässte oder nass bewirtschaftete Moorgebiete , sind in der Lage CO2 wieder zu binden .Die A 20 schadet dem Klima! Deshalb beteiligten wir uns am globalen Klimastreiktag mit dieser Aktion.

Holzheizkraftwerk? Nein danke!

Im Hafengebiet von Cuxhaven wird ein Kraftwerk geplant, das jährlich für den Verlust von etwa 170000 alten Bäumen in Skandinavien und dem Baltikum verantwortlich sein wird, da diese als Brennstoff benötigt werden. Die BUND Kreisgruppe Cuxhaven war beteiligt :

Holzheizkraftwerk? Nein danke!


Unter diesem Motto versammelten sich am Freitag, dem 19.3.2021, unter Einhaltung der Corona-Auflagen 30 KlimaaktivistInnen von Fridays und Parents for Future, dem BUND Cuxhaven und NABU Land Hadeln.
„Wir stehen hier heute am internationalen Klimastreiktag für Klimagerechtigkeit und gegen das Holzkraftwerk in Cuxhaven.“
Mit diesen Worten eröffnete Christopher Jesse von Fridays for Future um 10 Uhr die Mahnwache vor dem Rathaus in Cuxhaven.
Tobias Söhl von P4F sagte:
Wir appelieren an das Verantwortungsbewusstsein der PolitkerInnen des Stadtrates Cuxhaven, sowie die MitarbeiterInnen der Verwaltung der Stadt. Bei diesem Bauwerk geht es nicht nur um die Auswirkungen des Kraftwerkes auf die Umwelt jetzt, es geht auch den Einfluss auf die Erderwärmung und die Folgen für die nächsten Generationen.
Allein die Transportemissionen stellen schon eine unnötige Belastung für das Klima dar, die z. B. durch die alternative Stromerzeugung durch Windkraft nicht anfällt.
„Biomasse, also auch Holz für Energie zu verbrennen, war noch nie eine gute Idee.“ Norbert Welker vom BUND stellte dar, die fatale Entwicklung von Holz als Brennstoff dar. Er zeigte auch auf, wie wichtig Bäume für die Biodiversität in den Wäldern weltweit sind. Außerdem binden sie nicht nur CO2 und Stickstoff, sondern erzeugen auch wichtigen Sauerstoff für alle Lebewesen. Welker verwies auch auf das Schreiben von 500 WissenschaftlerInnen an die EU, wonach die Verbrennung von Holz zur Energieerzeugung sofort gestoppt werden muss.
Zum von den Betreibern beteuerten Bezug des Holzes aus ausschließlich nachhaltiger Forstwirtschaft gab der BUND-Vertreter zu bedenken, dass die Kriterien länderbezogen unterschiedlich definiert werden. Gerade beim Baltikum aber auch in Teilen Skandinaviens hat der Holzeinschlag aus sogenannter nachhaltiger Forstwirtschaft alarmierende Ausmaße angenommen, die durch ein Holzkraftwerk in Cuxhaven nicht unterstützt werden dürfen.
Rebecca Jortzick von Fridays for Future übergab als symbolisches Geschenk für die Generationen übergreifende Bedeutung einen drei Jahre alten Apfelbaum an Oberbürgermeister Santjer.
Der Oberbürgermeister lobte das Engagement der Klimaaktivisten. Er verwies auf die Komplexität des Verfahrens und machte deutlich dass alles rechtsmäßig wäre.
Die Klimaschützer meinen: Rechtmäßigkeit befreit jedoch nicht von Verantwortung und rechtfertigt nicht das sich Ausruhen auf einer Gesetzeslücke, die negative Auswirkung auf´s Klima hat und vielleicht schon in der nächsten Legislaturperiode geschlossen wird.
Dr. Tido Semmler,Klimaforscher vom Alfred Wegener Institut stellte bildhaft die Auswirkung des Klimawandels auf den Meeresspiegel dar.
Dessen Anstieg wird nicht nur ärmere Inselstaaten, sondern auch die Stadt und den Landkreis Cuxhaven vor extreme Herausforderung stellen. Das Holzkraftwerk würde Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre unnötig erhöhen und hätte somit auch negative Auswirkungen auf den Meeresspiegel.
Er machte aber auch Hoffnung: Noch haben wir Zeit das Ruder herumzureißen. Dabei kommt es auf das Verhalten jedes einzelnen an. Insbesondere aber auch auf Politik und Wirtschaft.
Energie aus Wind, Sonne und Wasser sind nicht nur klimafreundlicher als die Verbrennung von Holz, sie bietet auch Chancen für den Wirtschaftsstandort Deutschland und schafft somit zukunftssichere Arbeitsplätze.

 

 

Die BUND Umweltdetektive unterwegs

Auf einer Strecke von ca. 1 km haben sechs Kinder aus der BUND Kindergruppe Plastikmüll von einem Weg in Hechthausen aufgesammelt.

„Das Plastik nicht in die Umwelt gehört weiß doch inzwischen jedes Kind,“ empört sich ein Junge der BUND Umweltdetektive „schließlich ist Plastik nicht nur ein Problem im Meer“ ergänzt ein weiteres Kind. „Wo kommt das Zeug denn her?“ ist eine Frage, die E. Lemke vom Vorstand der BUND Kreisgruppe Cuxhaven beantwortet.

Vor einigen Jahren wurde dieser Weg neu mit Fräsasphalt befestigt. Bedauerlicherweise ist das unter dem Asphalt liegende Geoflies aus Kunststoff ebenfalls auf dem Weg ausgebracht worden. Es beschwerten sich dann Bürger beim BUND. „Wir sind aber kein Dienstleister und nach dem Verursacherprinzip wäre die Samtgemeinde zuständig“ sagt E. Lemke. Anrufe und e-mails mit der Bitte, das Material zu beseitigen blieben erfolglos.

Nun haben die Umweltdetektive es selbst in die Hand genommen und in zwei Stunden, bei eisigem Wind, den Weg zumindest grob vom Plastik befreit. Die zwei Gruppen, drei Mädchen und drei Jungs haben in zwei Stunden drei Säcke voll zusammengekommen. Die Mädchen waren schneller, ernsthafter bei der Arbeit s. Foto, die Jungs haben wohl mehr diskutiert. Ein heißer Kinderpunsch kam bei dem eisigen Wind gut an.

Wir hoffen, dass in Zukunft auch im Wegebau Umweltaspekte berücksichtigt werden.

Neue Streuobstwiese in Cadenberge gepflanzt

November und Dezember sind geeignete Zeiten zum Pflanzen von Obstbäumen. Auf einer 1

Hektar großen Fläche in Cadenberge, Landkreis Cuxhaven, entstand jetzt eine neue Streuobstwiese.

Gemeinsam mit der Kreisgruppe Cuxhaven, dem BUND Niedersachsen und dem

Streuobst-Pädagogen Herbert Jungclaus wurde 33 Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen

gepflanzt.

 

Im neuen Streuobsterlebnisgarten, der ca. die Hälfte der Gesamtfläche einnimmt, stehen

jetzt alte Apfelsorten wie beispielswiese Gelber Richard, Bremervörder Winterapfel, Kaiser

Wilhelm, Jakob Lebel, ein Klarapfel und der Ruhm von Kirchwerder. Auch bei den Birnen und Pflaumenbäumen wurde auf Regionalität geachtet, so wachsen zukünftig unter anderem

Oullins Reneklode, Clapps Liebling und die Nordhäuser Winterforelle auf der Fläche.

Auf der Fläche möchte Besitzer Herbert Jungclaus zukünftig nicht nur alte Sorte erhalten und

schützen, sondern auch Pädagogikangebote für Jung und Alt anbieten.

 

Der BUND Niedersachen unterstütze die Pflanzung im Rahmen des Projektes „Zusammenarbeit

zum Erhalt von Streuobstwiesen in Niedersachsen“, das durch den Europäischen

Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), nach der Richtlinie

Landschaftspflege und Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen, RdErl. d. MU v.

16.12.2015 gefördert wird. Ziel des Projektes ist der Erhalt dieses besonderen Biotops, das

Heimat- und Rückzugsort für viele teilweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten ist. Innerhalb

dieses Projektes wird auch die jährliche Streuobst-Pädagogen-Ausbildung angeboten.

NATUR BEGEISTERT

Am 16.10.2020 hatten wir auf dem BUND Gelände Besuch von Nadine Herrmann und Antje Lütkemeier mit ihrem Kamerateam.  Die beiden leiten das Jubiläumsprojekt Projekt " Naturbegeistert" der Bingo Umwelltstiftung und wollten mal sehen, was wir so machen.

 Foto Helmut Pleines

Rettet Elbe und das Wattenmeer

Unter diesem Motto fand am 9.10.2020 eine Demonstration in Cuxhaven statt. Etwa 700 umweltbewegte Menschen und zwei Krabbenkutter aus Schleswig-Holstein folgten dem Aufruf eines breiten Bündnisses von Parteien, Organisationen und Einzelpersonen.

Norbert Welker von der Kreisgruppe Cuxhaven gab als einer der Redner einen Abriss über die Nachrichten zur Elbe des letzten Jahres :

 

"Von der Elbvertiefung 1999 sind wir es schon gewohnt, regelmäßig mit schlechten Nachrichten bedacht zu werden.


Seit die aktuelle Vertiefung seit etwa einem Jahr vor sich geht, treffen diese schlechten Nachrichten jedoch bald täglich ein.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, hier eine Auswahl :

Am Wehr Geesthacht musste die neue Fischtreppe, vor wenigen Jahren erst als Ausgleich für den Bau des Kohlekraftwerks Moorburg errichtet, gesperrt werden. Grund : Auskolkungen vor dem Wehr, da es seinerzeit lediglich als Stauwehr konzipiert wurde und den steigenden Belastungen von Ebbe und Flut offenbar nicht mehr standhält.

Der NDR hat neulich in einem eindrucksvollen TV-Bericht gezeigt, dass die Ausgleichsmaßnahme für den Wasserschierlingsfenchel hinter dem Hamburger Holzhafen wohl vollkommen gescheitert ist.

Stinte sind im Hamburger Raum fast ausgestorben, da die Jungfische im trüben Wasser ihre Nahrung nicht mehr sehen können und verhungern.

Ein neues Baggerschiff für den Bund kann die Hamburger Pella Sietas Werft seit neun Monaten nicht verlassen, die da Este als Zufahrt zur Elbe verschlickt ist. Freispülen ist der Werft verboten, weil sonst das Este-Sperrwerk in seiner Funktion gefährdet werden könnte.

Eine hochrangige Delegation aus Bundes-, Landes- und Lokalpolitikern stellte diesen August zum Strand auf der Insel Krautsand fest: „Der Sand ist bis zur Wassergrenze mit Schlick überzogen. Kinder kommen rabenschwarz aus dem Wasser“.

Die Elbfähre Glückstadt – Wischhafen muss bei bestimmten Wind- und Tidebedingungen den Betrieb einstellen. Baggern in der Fahrrinne vor Wischhafen ist nicht möglich, weil die Schlammberge von links und rechts in die Fahrrinne nachrutschen. Spülen mit Wasserinjektion hilft nicht wirklich. Die Fähren fahren teilweise nicht voll beladen, schwere LKW werden nach vorne gestellt um wenige Zentimeter weniger Tiefgang für die Schiffsschrauben zu erreichen.

Auf der anderen Elbseite wurde bereits der Hafen von Friedrichskoog total aufgegeben, die Krabbenkutter mussten nach Büsum umziehen. Auch dort sind laufende Fahrwasseränderungen und damit Verlegungen der Fahrwassertonnen angesagt.

Direkt hier gegenüber, bei Neufeld, gab es eine der letzten Seeschwalbenkolonien in Deutschland. Sie dürfte vernichtet worden sein, weil die Vögel für die Nahrungssuche auf Flachwasserpriele angewiesen sind. Die Priele sind durch den Verschluss der Medemrinne zerstört worden, die Vögel finden keine Nahrung mehr.

Bleibt noch ein Blick auf die Schadstoffbelastung des Baggerguts.
Für eine Stellungnahme hat der BUND kürzlich von Hamburg bis Cuxhaven etwa einhundert Firmen aufgelistet, die Abwasser direkt in das Wasser abgeben dürfen. Nachzulesen ist dies im Schadstoffregister PRTR. Einen einzigen Einleiter habe ich mal zufällig herausgegriffen – ein Name tut dabei nichts zur Sache, bei den hundert anderen sieht es vergleichbar mit anderen Schadstoffschwerpunkten aus:

Allein dieser Einleiter hat 2018 in die Elbe eingeleitet :
22.400.000 kg Salze
4.350.000 kg organischer Kohlenstoff TOC
2.240.000 kg Stickstoff
   106.000 kg Phosphor
     34.000 kg Fluoride
       7.880 kg AOX (das sind adsorbierbare organische Halogenverbindungen mit teils hochtoxischer Wirkung, auch cancerogene, also Krebs auflösenden Verbindungen, gehören dazu)
      4.040 kg Zink
      1.340 kg Kupfer
         980 kg Nickel
             3 kg Quecksilber
All diese Schadstoffe werden von den Baggern aufgenommen, verteilt und auch aufkonzentriert.

Sehen wir auf die Elbe oder in Schiffstrackingdienste, so konnten im Großraum Cuxhaven in letzter Zeit bis zu acht große Baggerschiffe gleichzeitig gezählt werden.
 

Wir vertrauen den offiziellen Angaben über angeblich geringe Schadstoffbelastungen schon lange nicht mehr. Diese Baggerpraxis muss unbedingt beendet werden."

 

Anhang : Foto (c) BUND KG Cuxhaven

Spielplätze als ökologische Nische

Ach Corona...

Die Stadt Hemmoor plant nun ihre in die Jahre gekommenen Spielplätze zu modernisieren. Von Eltern und der Ratsbeauftragten für Kinder- und Jugendbeteiligung bin ich angesprochen worden, ob auch eine ökologische Aufwertung denkbar wäre. Auf 2 Spielplätzen wollten wir im Rahmen der Naturschutzwoche für Kinder, gefördert von der Bingo Umweltstiftung, Nistkästen bauen, Frühblüher (Zwiebeln) setzen und Naschobst (Johannisbeeren und Heidelbeeren) pflanzen. Bei den Kindern, die sich bereits jetzt mit ihrem Spielplatz identifizieren, möchten wir das Interesse für die Natur wecken, bzw. vorhandene Kenntnisse vertiefen und sie zur Naturbeobachtung im Jahreslauf anregen. Corona hat auch hier unsere Pläne durchkreuzt denn es waren mehr als 30 Personen angemeldet und wir konnten die Veranstaltung so nicht durchführen.

Da die Blumenzwiebeln aber in die Erde mussten, trafen wir uns dann zeit versetzt um wenigstens diese Aktion durchzuführen.

Die Bienenkönigin

Eine Aufführung des Theaters Pina Luftikus in Kooperation mit dem Kulturkreis Hechthausen

Am 6.9. hatten wir in unserem Garten eine Aufführung der "Bienenkönigin" vom Theater "Pina Luftikus" in Kooperation mit dem Kulturkreis Hechthausen. 21 Kinder, mit Begleitung waren angemeldet. Wir hatten Glück, dass es nur bis Mittag regnete und auch das Gewitter sich erst nach der Aufführung entlud. In dem Stück nach den Gebrüdern Grimm geht es um drei Königssöhne von denen zwei kein Verhältnis zur Natur haben und allerhand Dummheiten anstellen wollen. Der jüngere aber mischt sich ein, verhindert den Naturfrevel und macht sich so die Tiere zum Freund.Diese unterstützen ihn dabei die Aufgaben zu lösen, mit denen er ein Schloß samt Königstöchtern von einem bösen Fluch erlöst und die richtige Prinzessin findet.

Foto (E. Müller): Der junge Prinz (Petra Jaschke) erhält Hilfe bei der Aufgabe 1000 Perlen zu finden.

Ferienspaßaktion Schnitzen

Selbstverständlich erfüllen wir auch während der Veranstaltungen die Vorgaben des BUND Landesverbandes. Am 17.7. stand auf dem Programm der richtige Umgang mit Schnitzwerkzeug. Erlaubt waren Gruppen von 8 Kindern plus zwei Betreuer. Da wir die Veranstaltung nur in unserern Kindergruppen bewarben, waren beide Termine (vormittags und nachmittags) sofort ausgebucht. Michael Bungard, vom "Kunstwerk grün" aus Oberndorf erklärte den Teilnehmern worauf man beim Sägen von Holz zu achten hat und zeigte verschiedene Schnitztechniken.

Hadler Forum

Die Begegungsstätte  Hadler Forum  hat seit Juni unter Berücksichtigung der coronabedingten Einschränkungen geöffnet. Wir vom BUND sind jeden Donnerstag von 16 -19 Uhr dort anzutreffen und freuen uns über Besucher.

Auch hier wird es einmal monatlich Wasseruntersuchungen geben. Untersucht wird auf Nitrat und Leitfähigkeit. Der nächste Termin ist der 30.07.2020

Abbau Krötenzaun

Der Krötenzaun wurde Anfang Mai wieder abgebaut. Nach dem Einbruch der Zahlen im letzten Jahr haben wie in diesem Jahr wieder deutlich mehr Tiere gefunden. Es waren außerdem 2-3 Wechsel- oder Kreuzkröten darunter.  

Wasseruntersuchungen gehen weiter

Unser Angebot, am 25.4.2020 Wasserproben auf dem Parkplatz des Bioladens Cuxland pur anzunehmen, wurde begeistert angenommen. Man hatte den Eindruck, dass viele Leute die Gelegenheit bei schönem Wetter für einen Ausflug nutzten. Es wurden insgesamt 35 Proben abgegeben.

Am 6.Juni gab es noch eine Untersuchung von Wasserproben, die im Garten der Hoffnung direkt untersucht wurden. Der Garten der Hoffnung, bzw. deren Initiatoren sind ebenfalls im Hadler Forum vertreten.

BUND Kreisgruppe trotz CORONA-Pandemie aktiv

Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Erde

Nun sind es schon 5 Wochen, dass wir alle auf Grund der Corona Pandemie sehr kontaktreduziert leben. Unsere jährliche Mitgliederversammlung und die Teilnahme an vielen Veranstaltungen mit Aktionen und Infoständen konnten nicht stattfinden. Auch die beiden Kindergruppen kommen zurZeit nicht auf das BUND Gelände in Bornberg. Das wird erst wieder möglich sein, wenn alle Kinder wieder in die Schule gehen.

Am 25.4.werden wir wie geplant die Abgabe von Brunnenwasser zur Untersuchung auf Nitrat anbieten. Die Proben können zwischen 10 Uhr und 14 Uhr neben Cuxland Pur in Hemmoor an unserem Stand abgegeben werden. Die Untersuchungsergebnisse werden per Mail oder Telefon übermittelt.

Dennoch gibt es Neuigkeiten zu einer Begegnungsstätte in Otterndorf. Hier für alle Interessierten noch einmal den Text der Pressemeldung. Wir hoffen die Räumlichkeiten bald mit einer kleinen Feier zu eröffnen.

Wir werden rechtzeitig dazu informieren.

Initiativen im Cuxland rücken näher zusammen: Begegnungsstätte in Otterndorf

Seit dem 1. April gibt es eine Begegnungsstätte in Otterndorf, die Räumlichkeiten für soziale und umweltorientierte Initiativen zur Verfügung stellt. In Absprache mit der Kreisgruppe Cuxhaven des BUND und der Ortsgruppe Land Hadeln des NABU wurden die Räume von dem Verein „Solidarisches und nachhaltiges Handeln im Cuxland e.V.“ angemietet, der verschiedene Projekte der Flüchtlingsbegleitung in Hadeln zusammenfasst. Auch die Koordinierungsstelle Flüchtlingswesen der Samtgemeinde Land Hadeln und des Diakonischen Werks Cuxhaven-Hadeln werden sich an dem Projekt beteiligen und zukünftig feste Sprechzeiten für Flüchtlinge in der Begegnungs­stätte anbieten.

Die Räume befinden sich in der Johann-Heinrich-Voß-Straße 6, zentral gelegen, gegenüber der Otterndorfer Kirche und neben der Altstadtbuchhandlung. Sie werden insbesondere der Kreisgruppen des BUND, der Ortsgruppe des NaBu Land Hadeln und der Flüchtlingsbegleitung Hadeln die Möglichkeit bieten, sich zu treffen, kleine Veranstaltungen durchzuführen, einen offenen Treffpunkt oder Beratung anzubieten, ihre Arbeit darzustellen und Infomaterial auszulegen.

Zudem sollen die Räume auch für andere hiesige soziale Initiativen und Umweltgruppen zur Verfügung stehen, um so ein kulturübergreifendes Miteinander, einen politischen Austausch und gemeinsame Aktivitäten zu initiieren. Die bisherigen Belegungen und Nachfragen lassen noch Kapazität frei für weitere Nutzungen.

Die Räume werden möglichst regelmäßig und zu festen Zeiten offen sein, so dass Neugierige und Interessierte einfach mal vorbeischauen können.

Die Eröffnung dieses Projektes muss nun aber bis nach der Corona-Kontaktsperre warten. Noch gibt es auch kein Telefon, Kontakt deshalb über: sonaha.verein@online.de

 

Der Krötenzaun steht!

Der Krötenzaunaufbau 2020

Jeep es ist geschafft. Das wechselhafte Wetter der letzten Wochen machte die Planung des Krötenzaunaufbau schwierig. Kurzfristig verlegten wir den Termin auf Freitag den 28.2. vor. Glücklicherweise kamen genügend Helfer, sodass wir den Zaun in einer guten Stunde fertig aufgebaut hatten und uns anschließend Kaffee und Kuchen widmen konnten. Schon Anfang der Woche wurden die ersten Kröten gerettet. Die Kontrolle der Eimer übernehmen seit 2012 die Schüler der 4. Klassen der Grundschule Hechthausen.

„Ist die Kröte im Eimer, ist sie gerettet.“

BUND verabredet Aktionen 2020

Die BUND Kreisgruppe Cuxhaven nutzte ihren Neujahrsempfang im Lokschuppen des Bürgerbahnhofs Cuxhaven um mit befreundeten Verbänden und Organisationen gemeinsame Aktionen für das Jahr 2020 festzulegen. So wird auch 2020 wieder das Blaue Klassenzimmer beim Müll sammeln im Rahmen der weltweiten Aktion "Clean-Up" am Cuxhavener Strand unterstützt. Bei der vom NABU Land Hadeln organisierten Ausstellung "Mensch, Natur & Umwelt" Mitte Mai in den Otterndorfer Seelandhallen wird die BUND Kreisgruppe vertreten sein. Weiterhin wird es eine Reihe von Veranstaltungen und die Kinder- und Jugendarbeit im BUND-Garten in Hechthausen-Bornberg geben. Alle Veranstaltungen und Termine sind in Kürze in einem Flyer nachzulesen der gerade erstellt wird. Interssierte können das Programm bereits per Mail unter bundcuxhaven(at)gmx.de anfordern.

Bericht zu den laufenden Wasseruntersuchungen - von Hans-Jürgen Krohn

Projektgruppe Wasser der Kreisgruppe Cuxhaven:

Vorgeschichte zur der Entwicklung der Gruppe aus dem Hadelner Land.

Am Samstag den 29/06/2019 haben wir uns in Butjadingen auf dem Hof der Umweltstation Iffens zu einem Seminar über Wasseranalyse mit 14 Teilnehmern um 09:00 Uhr getroffen.

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Anwesenden sind wir nach der Theorie gleich nach draußen mit dem nötigen Zubehör und Bollerwagen zum Sieltief gestartet. Alles über kurze Fußwege zu erreichen. Es erfolgte eine Einteilung in Gruppen. Dort haben wir dann unsere ersten Erfahrungen mit der Probenentnahme und der zugehörigen Ermittlung auf chemischer-, biologischer- und Fischbasis erhalten. Im Anschluss ging es zurück ins Labor, um mit dem erforderlichen Koffer die chemischen Fakten festzustellen. Mit den laminierten Blättern für die biologische Bestimmung der Pflanzen und diversen kleinen Tierchen, die sich im Wasserglas tummelten, konnten wir relativ schnell und sicher die Arten bestimmen und zählen (was manchmal nicht so einfach ist), sonst hat auch das Mikroskop geholfen, das hat man aber bei den in Situ stattfindenden Proben nicht mit.

Mit dem Senknetz haben wir die gefangenen kleinen Fische in ein belüftetes Aquarium mit dem Sielwasser befüllt und konnten die einzelnen kleinen Fischarten bestimmen. Die Fische wurden danach wieder zum Siel zurück ins Wasser gebracht.

Gewässerkunde: Zum Verständnis muss folgendes erläutert werden; das Sabrobiensystem( sapros=faul, bios=leben), ist ein Bewertungssystem zur Ermittlung der biologischen Wasserqualität( Nutzbarkeit ) von H20 für menschliche oder natürliche Zwecke und Prozesse aller Art. Die im Gewässer gefundenen Lebewesen werden als Bioindikatoren (Zeigerart, ist "ein Lebewesen, welches auf Umwelteinflüsse mit Veränderungen seiner Lebensfunktion reagiert oder Stoffe anlagert, oder in den Organismus eingebaut wird ) für die Belastung eines Gewässers durch abbaubare (Zersetzung einer chemischen Verbindung in kleinere Moleküle oder gar in Elemente durch physikalische, chemische oder biologische Einflüsse) organische Substanzen verwendet, dies wird als seine „Sabrobie“ bezeichnet.

Sabrobie: Maß für den Gehalt an organischen leicht unter Sauerstoffverbrauch abbaubaren Substanzen im Wasser.

Mit dem Sabrobiensystem wird nur die Belastung eines Fließgewässers mit organischen, leicht abbaubaren, sauerstoffzehrenden Substanzen, z.B. aus häuslichen Abwässern, gemessen.

Abwässer: Regenwasser, abfließendes Niederschlagswasser.

Da diese unter “Sauerstoff-Verbrauch“ abgebaut werden, steht dieser in engem Zusammenhang mit dem Sauerstoffgehalt des Wassers und dem Redoxpotential.

Redoxpotential: bezeichnet eine Messgröße der Chemie der Redoxreaktion.

Es ist das Reduktions-/Oxidations-Stan "dardpotential eines Stoffes, gemessen unter Standardbedingungen gegen eine Standard-Referenz-Wasserstoffhalbzelle.

Andere Gewässerbelastungen werden mit dem Saprobiensystem nicht indiziert.

Im Saprobiensystem wird dazu jeder Indikatorart ein Wert, der Indexwert, zugewiesen. Dieser ist aus der Beobachtung zahlreicher verschmutzter und unverschmutzter Gewässer empirisch hergeleitet (beruht nicht etwa auf Labormessungen). Aus dem (nach der Häufigkeit des Vorkommens gewichteten) Mittelwert der Indexwerte aller dort lebenden Indikatorenarten ergibt sich für eine untersuchte Probestelle ein „Zahlenwert“, der sogenannte „Saprobienindex“. Die vorkommenden Arten werden also gewissermaßen als Messinstrumente für die organische Belastung benutzt. Durch die Verwendung zahlreicher Indikatorarten ist die Messung im Idealfall sehr gut abgesichert.

Zur Ermittlung der Gewässergüteklasse wird der Saprobienindex der untersuchten Gewässerstrecke mit einer standardisierten Liste solcher Indices verglichen. So wird eine Einordnung des Fließgewässers in Gewässergüteklassen vorgenommen. Aufgestellt wurde das Saprobiensystem von Kolkwitz und Marson und seitdem fortlaufend entwickelt. Das Verfahren in Deutschland erfolgt nach DIN 38410. Damit sind wir jetzt in der Lage auch Proben zu nehmen und auszuwerten und zu bestimmen.

Nach zwei Terminen mit den interessierten Teilnehmern haben wir dann den ersten Feldversuch in Steinau und Umzu gestartet.

Brigitte, Gerd, Hans-Jürgen haben sich dann nach der Einsicht in die NLWKN-Daten (Wasserproben/-analysen auf Schadstoffe etc. in Brunnen und Gewässern) auf aktuell drei Untersuchungsstationen festgelegt, die aber nach Wunsch und Rücksprache in der Gruppe jederzeit erweitert werden können. Die NLWKN-Messungen basieren auf dem Stand von 2017. Damit gibt es keine weiteren Messwerte, die öffentlich einzusehen sind. Wir sind somit in unserer Entscheidung der Entnahmestellen frei wählbar und es gibt keine Überschneidungen mit alten Messdaten vom Amt. Unsere Messstationen sind gut zugänglich/begehbar, um dort in Situ die Wasserproben auf chemischer-, biologischer- und auf Fischbasis zu nehmen und auch auswerten zu können. Wir starten mit dem Projekt am Donnerstag den 05/09/2019 um 10:00.

  1. Messstation: Steinau, Süderwesterseite 38 bei Brigitte und Gerd „vor der Haustür“, hier handelt es sich um die Große Medemstader-Wettern, die mit seinem Verlauf in die Medem entwässert. Koordinaten: 53,6754287 N und 8,8591694 E

  2. Zwischen Steinau und Odisheim, an der Landesstraße 144, befindet sich die „Gösche-Nord“, die in den Hadelner-Kanal, südlich von Steinau entwässert wird. Koordinaten: 53,6808675 N und 8,9104546 E

  3. Das Schöpfwerk am Hadelner-Kanal, dieses Bauwerk liegt südlich von Steinau und wird vom Hauptvorfluter Steinau in den Hadelner-Kanal entwässert. Koordinaten: 53,7332486 N und 8,9611919 E.

Nach der Probennahme und der anschließenden Auswertung, werden die Daten dann zeitnah in die Datenbank vom BUND per Rechner von mir eingegeben und fortlaufend ergänzt.

Weiterhin hoffen wir noch auf „Helfer“, die uns bei dem Projekt unterstützen möchten.

Wir sind gespannt wie sich die Langzeitmessungen entwickeln.

Naturschutzwoche für Kinder 2019

Ein neues Zuhause für Vögel, Fledermäuse und Insekten

Jahresabschluss in Bornberg

Was das Wetter betrifft braucht man für eine im November auf dem BUND Gelände geplante Veranstaltung schon etwas Glück. Das hatten wir!!! Es war trocken, sonnig und windstill.

Im Rahmen der „Naturschutzwoche für Kinder“ luden wir am 9.11. 2019 die Kinder unserer beiden Kindergruppen zum Bau von Nistkästen und Fledermaushöhlen ein. Angemeldet waren 35 Kinder mit ihren jüngeren Geschwistern plus Eltern oder Großeltern. Über ein Losverfahren teilten wir die Kinder in Gruppen ein. Während die „Baugruppe“ an der Werkbank beschäftigt war, reinigten andere Kinder die zahlreichen Nistkästen des BUND Geländes. Ein Nistkasten, eigentlich für Sperlinge gedacht, war anderweitig belegt. Hier hatte sich vermutlich eine Haselmaus einen Vorrat angelegt.

Eine Nisthilfe für Insekten, die auf unserer Blumenwiese am Bahnhof Hechthausen stehen wird, sollte neu gefüllt werden. Erwachsene und Kinder konnten sich bei Wolfgang informieren, was dabei zu beachten ist. Als Füllmaterial stehen vorgebohrte Hölzer, Pappröhrchen, Schilfbündel und eine Lehmwand zur Verfügung.

Um die Wartezeit zu verkürzen gab es Stockbrot (geht immer) und heißen Punsch, auch über offenem Feuer erhitzt, denn eine Feuerstelle wärmt ja auch. Wer Hunger hatte konnte diesen mit Kartoffelsuppe, einer veganen Rote Beete Suppe oder Schmalzbrot stillen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Ausstellung von Greifvögeln in unserem Bauwagen. Uwe Hintelmann, ausgewiesener Fachmann hatte seine Präparate mitgebracht und konnte alle Fragen zum Thema beantworten.

Als es dunkel wurde, gingen die Kinder mit Ihren „Bauwerken“ und einer Überraschung nach Hause. Die Überraschung bestand aus einer Baumwolltasche, bemalt mit einer Vogel- oder Fledermaussilhouette gefüllt mit Büchern, Rätselheften, Puzzle und weiteren Infos.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung!

Danke an die Bingo Umweltstiftung für die Förderung